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Tianhougong-Tempel in Taitung

Ein Sommer in China und Taiwan

Oder: Es war allerhöchste Zeit!

Liebe Leserschaft,

man glaubt es fast nicht, aber: Wir schreiben schon wieder ein neues Jahr! Ich hoffe ihr seid alle gut reingekommen und bleibt 2024 gesund und munter.

So ein Jahreswechsel ist ja auch immer eine gute Gelegenheit zur Reflexion über die vergangenen 365 Tage, und die waren alles in allem echt schön. Highlights sind ja immer diverse Reisen, und da steht ganz oben auf meiner Liste natürlich die Reise im Juli und August.

Denn ich war in China! Und Taiwan! Und es war richtig schön. Die Menschen, das Essen, die Gerüche, die Natur, das Großstadtgewusel, die Sprache, sogar die Stehplätze in den Zügen, ich hatte es alles so vermisst. Es tat richtig gut, dort zu sein und irgendwie den asiatischen Teil meiner Seele wieder aufzutanken (und zu füttern). Insgesamt war ich sechs Wochen unterwegs, davon vier in China und zwei in Taiwan. Ausführliche Berichte werden noch von hier und da folgen, aber so als Auftakt hier mal ein, nunja, hybrider Artikel zwischen Erfahrungsbericht und Tippauflistung – möge beides eine Inspiration sein.

Gut gelaunt in Chengdu 成都

Die Route

Obwohl es in China unendlich viel zu entdecken gibt (und meine Wunschliste echt lang ist), hatte ich mich beim China-Abschnitt der ganzen Aktion bewusst entschieden, vor allem bekannte Ecken aufzusuchen – um in Erinnerungen zu schwelgen, um diverse pengyous (Freunde, Freundinnen) zu treffen, um zu vergleichen, was sich in den letzten FÜNFEINHALB JAHREN verändert hatte.

Bei Taiwan hingegen sah es etwas anders aus – von Taipei mal abgesehen (das war 2018) kannte ich noch gar nichts von dem Land, und das galt es natürlich zu ändern!

Hier also die Reiseroute:

  • Peking: der allererste Ort, den ich je in China betreten habe (das war 2009), und an dem die ganze Chinaliebe ihren Anfang nahm
  • Chengdu: eine meiner Lieblingsstädte in China, hier gibt es scharfes Essen und hier wohnt meine allererste Tandempartnerin und nun gute Freundin Yan
  • Kunming: meine chinesische Heimatstadt!
Ruhe am Fuxian Lake 抚仙湖 nahe Kunming
  • verschiedene andere Orte in Yunnan – Dongchuan, Fuxian Lake, Dali, Lufeng, Yuanmou, Mile: manches bekannt, manches neu, aber das Reisen an sich durch Yunnan ist sehr vertraut und immer wieder schön
Ausflug nach Dongchuan东川
  • Nanjing: Ort meines Masterstudiums, der mich damals weniger umhaute, aber eine 2. Chance kann man ja mal geben (Spoiler: es ist eigentlich ganz nett dort)
  • Taipei: die einzige Stadt, in der ich bislang in Taiwan gewesen war, die auch echt cool ist
Maokong 猫空 bei Taipei
  • Hualien: eine Stadt am Meer und in der Nähe der Taroko Gorge
  • Taitung: Austragungsort eines Heißluftballonfests – mein Versuch, an selbigem teilzunehmen, verdient wohl einen eigenen Eintrag
Nächtliches Taiwan
  • Tainan: die ehemalige Hauptstadt Taiwans
  • Shanghai (als Transit auf dem Rückweg): Ort meines ersten längeren China-Aufenthaltes, wo mein Chinesisch irgendwie Laufen lernte und wo ich mich entschied, weiterhin den China-Pfad zu beschreiten (definitiv eine gute Entscheidung)

Die Unterkünfte

Wie jedes Land der Welt haben auch China und Taiwan Unterkünfte in einer Preisspanne von Absteige bis Luxus – eine Spanne, die man gerne auch einfach für die experience auskosten darf. In größeren Städten gibt es auch viele Hostels, in kleineren Orten viele Gasthäuser in einer ähnlichen Preiskategorie. Am längsten in Erinnerung werden mir wohl das Hotel in Nanjing bleiben, das noch ganz alte Staatsbetriebs-Vibes hatte und etwas eigen roch (wahrscheinlich vom allgegenwärtigen Schimmel), und außerdem ein sehr schickes Hotel in Mile, wo der an Koffer gewöhte Portier (!) nicht so recht wusste, wie er meinen Rucksack zum Zimmer transportieren soll – good times.

Hostel in Peking (eine Bauform namens siheyuan 四合院).
Hostel in Peking (eine Bauform namens siheyuan 四合院).

Sei es gammelig oder schlicht oder schon irgendwie dekadent – man kann das fast alles im Voraus buchen (und sollte das theoretisch auch fürs Visum, hust). Booking.com funktionierte zumindest im August 2023 noch in China, außerdem gibt es noch Trip.com (xiecheng 携程) bzw. CTrip. Wer anders als ich ein chinesisches Konto hat und mithin WeChat Pay nutzen kann, dem eröffnen sich noch diverse andere Optionen, v.a. über Apps. Erfahrungsgemäß funktioniert auch das Buchen vor Ort.

Kleiner Tipp: Alle Buchungs-Apps auf Chinesisch umstellen, falls man doch mal irgendwo plötzlich eine Buchung vorzeigen muss.

Die Verkehrsmittel

Zu jeder guten Reise gehört auch eine möglichst weite Bandbreite an Verkehrsmitteln (finde ich). Und sowohl in China als auch in Taiwan kann man da einiges nutzen.

  • Flugzeug: Insgesamt beinhaltete die Reise vier Flüge: Frankfurt-Peking, Nanjing-Taipei, Taipei-Shanghai, Shanghai-Frankfurt. Manche von euch wissen vielleicht, dass ich eine mittelschlimme Flugangst habe, die genau an dem fiesen Punkt zwischen „was soll schon passieren“ beim Buchen und „wir STERBEN“ während des Fluges ansetzt, weshalb ich immer wieder fliege und immer wieder Angst dabei habe. Beim Flug von Shanghai nach Frankfurt gab es ob der Turbulenzen tatsächlich Geschrei und es flogen Getränke durch die Kabine (Reisen macht Spaß), ansonsten blieb alles halbwegs ruhig.
am Flughafen Taipei, kurz vor dem Abflug nach Shanghai
  • Zug: Mein liebstes Transportmittel ist dagegen der Zug! Er ist sicher, er ist zuverlässig, er ist AUF DER ERDE, er bietet Entspannung durch Nickerchen und schöne Aussichten. Sowohl in China als auch in Taiwan lässt sich vieles per Bahn erkunden, und gerade das chinesische Eisenbahnnetz ist in den letzten Jahren mit beeindruckender Geschwindigkeit ausgebaut worden.
am neuen Bahnhof von Mile 弥勒
  • Auto: Ich selber bin auf der Reise nicht gefahren (im Interesse aller Beteiligten), aber für Tagesausflüge wird man oft mit einem Auto abgeholt. Ein Düsen über chinesische Autobahnen und Landstraßen ist meist ein eigenes kleines Erlebnis, das ich nur empfehlen kann.
  • Vermischtes innerorts: Zur Erkundung chinesischer und taiwanesischer Städte eignen sich U-Bahn, Bus und Taxi. Allerdings bin ich aber auch echt viel gelaufen und hatte am Anfang oft Muskelkater in den Beinen, dafür aber echt gar keine Rückenprobleme – wir sind wohl doch alle nicht für Bürojobs geschaffen, nunja.
U-Bahn in Chengdu
U-Bahn in Chengdu 成都

Das Gepäck

Wenig!! Mein Plan, nur mit Handgepäck zu reisen, war zwar angesichts diverser Gewichtsbeschränkungen doch nicht ganz realistisch, aber bei Reisen mit häufigen Ortswechseln gilt wirklich immer: Travel light. In Regionen der Welt, die im Sommer sehr heiß sind, ist das auch ganz gut machbar. Ich kam mit folgendem ganz gut hin: vier Hosen, sieben T-Shirts, ein langärmeliges Shirt, eine Strickjacke, eine Regenjacke, drei Paar Schuhe, Unterwäsche+Socken für eine Woche, Handy+Ladekabel, E-Book Reader, Notizheft+Stift, Geld+Kreditkarten, Reisepass, Sonnenbrille, Hut, Zahnbürste+Zahnpasta+Shampoo+Duschgel+Sonnencreme+Mückenspray+Minibürste, Reiseapotheke, Reisehandtuch. Fertig. Gegen Ende konnte ich die Kleidungsstücke zwar nicht mehr sehen, aber das hat sich mittlerweile auch wieder gegeben.

eine Tasche vorne, eine auf dem Rücken – für manche eine Sünde, für andere das Nonplusultra (wie für mich). Fahrstuhlfoto aus Taitung 台东

Je weniger man packt, desto dankbarer ist man seinem vergangenen Ich, wenn man mehrere Ortswechsel pro Woche durchführt und immer wieder alles 1. packen und 2. schleppen muss. Wer für ein Semester oder mehrere nach China geht, braucht natürlich deutlich mehr.

Die Personenzahl

Wie so oft war ich auch auf dieser Reise meistens alleine unterwegs (und habe das sehr genossen). Die zwei Länder eignen sich auch wirklich sehr, um alleine zu reisen – wie oben beschrieben, gibt es viele Transportmöglichkeiten und auch Unterkunftsoptionen für alle, die ihre Reise ganz in Eigenregie planen und antreten.

Ohnehin ist es schön, alleine zu reisen – die Freiheit, die Unabhängigkeit, die Möglichkeit, die eigenen Gedanken jederzeit schweifen zu lassen, das Genießen der Momente in der Natur. Wobei auch das Alleinreisen so seine Vor- und Nachteile hat, aber so ist das wohl im Leben.

Aber wie „alleine“ ist man auf solchen Aktionen eigentlich wirklich? Meistens lernt man doch Leute kennen oder besucht die besagten pengyous.

12 Städte, 6 Wochen, 2 Länder – es war echt eine schöne Zeit. Ich hoffe, dass bis zur nächsten Chinareise nicht wieder fünfeinhalb Jahre verstreichen!

Im nächsten Eintrag schreibe ich ein bisschen über die Veränderungen in China innerhalb der besagten fünfeinhalb Jahre, denn davon gab es einige. Gleichzeitig blieb aber auch so vieles gleich und so vertraut.

Haltet euch wacker!

Eure nun einen Taiwan-Reiseführer besitzende Charlotte


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